Es kann Ursachen geben, die das Stromnetz in einen Blackout führen. Auch wenn es für uns kaum vorstellbar ist. Unsere Stromnetze gelten als sehr sicher, aber die Wahrscheinlichkeit für einen Stromausfall oder sogar einen Blackout ist gar nicht so gering.
Welche Ursachen kann es geben?
Gerade gegen Naturkatastrophen, wie Hochwasser, starkes Unwetter oder ein Schneechaos ist der Mensch, trotz modernster Technik, machtlos. Fallen eine oder sogar mehrere Hochspannungsleitungen aus, die eine große Menge an Strom liefern, ist das Chaos perfekt. Bei kleineren Stromausfällen genügt oftmals ein Anruf bei der Störungshotline des zuständigen Netzbetreibers. Meist erhält man bereits hier Auskunft über die Ursachen des Stromausfalls oder sogar die Dauer.
Aber nicht nur die Natur kann so ein Chaos verursachen, auch der deutlich steigende Stromverbrauch wird früher oder später zu einem ernsthaften Problem werden. Der Strom kann zwar produziert werden, oftmals fehlen aber die Netze, um ihn zu transportieren. Ein weiteres Problem ist auch die erneuerbare Energie. Wind, Wasser und Sonne liefern zwar sauberen Strom für unsere Umwelt, doch das Wetter lässt sich leider nicht beeinflussen. Bei wenig Sonnenschein wird weniger Strom aus Sonnenenergie produziert, dasselbe beim Wind.
Weitere Gefahren und Ursachen
Eine immer größer werdende Ursache für einen Blackout können Terroranschläge oder sogar Cyberattacken sein. Auch wenn es für einen Laien schwierig klingt, können Hacker mit dem entsprechenden Knowhow in das Stromnetz eindringen und ganze Städte lahmlegen. Man spricht hier sogar von „neuer Kriegsführung“, bei dem der Hacker je nach Belieben die Stromversorgung einfach abschalten kann.
Eine weitere Ursache für einen Blackout kann auch menschliches Versagen sein. Ein Beispiel dafür ist Italien. Dort fiel im Jahr 2007 für 18 Stunden der Strom aus. Der Grund dafür: ein Netzproblem in der Schweiz. Ein Baum fiel auf eine 380 kV-Leitung und zur selben Zeit führte ein Gewitter in Frankreich ebenfalls zu Stromausfällen. Andere Netzbetreiber müssen in so einem Fall sofort Vorkehrungen treffen, um größere Schäden zu verhindern. Dies war in diesem Fall in Italien nicht schnell genug oder nicht ausreichend geschehen. In einer Kettenreaktion sind sämtliche Stromverbindungen nach Italien zusammengebrochen und ausgefallen.
Auflistung gravierender Stromausfälle weltweit seit 2000
Jahr | Land | Ereignis |
2000 | Kalifornien, USA | Es gab häufige Stromausfälle, die zu einem Mangel an Energie führten. Im Jahr 2003 wurde aufgedeckt, dass bestimmte Kraftwerksbetreiber den Mangel absichtlich verursacht haben, um die Preise auf dem Markt zu beeinflussen. |
3. April 2003 | Bagdad, Irak | Durch den Irakkrieg wurde in ganz Bagdad das Stromnetz fast völlig im Dunkeln. |
14. August 2003 | Nordosten USA, tlw. Canada | Schlechte Stromnetze führten zu einem großflächigen Stromausfall im Nordosten der USA sowie in Teilen Kanadas. |
23. September 2003 | Schweden | 4 Millionen Menschen waren viele Stunden von einem Stromausfall betroffen. |
28. September 2003 | Italien | Die Unterbrechung zweier Stromleitungen aus Frankreich und der Schweiz führten in Italien und der Vatikanstadt zu einem Stromausfall. |
12. Juli 2004 | Athen, Griechenland | Ein Spannungszusammenbruch führte in Athen und Umgebung zu einem stundenlangen Stromausfall. |
22. Juni 2005 | Schweiz | Eine durch Überlastung ausgeführte Notabschaltung legte das gesamte Eisenbahnnetz der Schweizerischen Bundesbahnen vollständig lahm. |
25. November 2005 | Deutschland | Ein Schneechaos führte im Norden Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen Südwest-Niedersachsens zu einer der größten Stromausfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. |
4. November 2006 | Europa | Eine geplante zeitweilige Abschaltung einer Hochspannungsleitung in einer Werft westl. von Bremen/BRD führte zum bisher größten Stromausfall in Europa. Betroffen waren Gebiete in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Spanien. |
26. Februar 2008 | Florida, USA | Ein Störfall in einem Umspannwerk ließ die Energieversorgung im Großraum Miami zusammenbrechen. Zwei Kernreaktoren mussten heruntergefahren werden. |
8. September 2011 | Kalifornien, Arizona, USA, Mexiko | Eine Panne bei einer 500-Kilovolt-Leitung zwischen Kalifornien und Arizona führte in Kalifornien, Arizona und im Norden von Mexiko zu einem Stromausfall, von dem 1,4 Millionen Haushalte betroffen waren. |
31. Juli 2012 | Indien | Der bisher geschichtlich größte Stromausfall passierte in Nord- und Ostindien. Über 600 Millionen Menschen waren ohne Stromversorgung. Ursache: Überlastung des Stromnetzes in 20 von 28 Bundesstaaten Indiens. |
19. Februar 2019 | Berlin, Deutschland | Großflächigster und längster Stromausfall im Berliner Stadtgebiet seit dem Ende des 2. Weltkrieges. Bauarbeiter hatten zwei 110-Kilovolt-Stromkabel durchtrennt. Der Stromausfall dauerte knapp 31 Stunden. |
16. Juni 2019 | Argentinien, Uruguay | Ein Unwetter unterbrach die gemeinsame Stromversorgung von Argentinien und Uruguay. Auch angrenzende Bereiche von Brasilien, Chile und Paraguay waren betroffen. Über 47 Mio. Menschen waren betroffen. |
13. Juli 2019 | New York City, USA | 70.000 Menschen waren durch einen Stromausfall in der Upper West Side von Manhattan und Midtown Manhattan betroffen. |
Januar 2021 | Pakistan | Eine Störung im Stromnetz im Süden Pakistans führte zu einem landesweiten Stromausfall. |
2. September 2022 | Flevoland, Niederlande | Ein Brand in Transformatorstationen führte in der niederländischen Provinz Flevoland zu einem Stromausfall. |
20. Oktober 2022 | gesamte Ukraine | Der russische Überfall auf die Ukraine beschädigte einen Großteil der Energieinfrastruktur. Landesweit kam es zu Stromausfällen und Stromabschaltungen. |
23. Januar 2023 | Pakistan | Störungen in der Netzfrequenz bedeutete für die meisten der 230 Mio. Bewohner Stromausfall für Stunden. |
9. August 2023 | Libyen | Tests im Stromnetz führten zu einem stundenlangen Stromausfall. |
2. November 2023 | Bretagne, Frankreich | 780.000 Menschen in der Bretagne, insgesamt waren 1,2 Mio. Haushalte aufgrund des Orkantiefs Ciarán ohne Strom. |
27. November 2023 | Ukraine, Russland, Bulgarien | Ein Wintersturm mit Schneefall führte zu einem Stromausfall für 2 Mio. Menschen im Süden Russlands, den besetzten Gebieten der Ukraine und der annektierten Krim sowie Teile Bulgariens. |
21./22. Januar 2024 | Irland, Großbritannien | Ein Sturm mit Geschwindigkeiten bis 150 km/h beschädigte Freileitungen. Mindestens 170.000 Haushalte waren in Irland ohne Strom, in Großbritannien waren es 56.000. |
Wie verhalte ich mich bei einem Stromausfall respektive Blackout?
Das Wichtigste bei einem Stromausfall ist auf jeden Fall Ruhe bewahren!
Meistens sind die Ursachen des Stromausfalls gleich gefunden und der Strom ist spätestens nach ein paar Stunden wieder zurück. Trotzdem sollte man sich Gedanken machen, was passiert, wenn der Strom ausfällt und der Stromausfall länger als einen Tag dauert oder sogar zu einem Blackout führt. Eine Checkliste für den Stromausfall kann hier sehr hilfreich sein.
Hilfe können Sie auch auf der Webseite der österreichischen Verwaltung finden oder Sie wenden sich an einen unserer Berater.